Mavis

Liebe Katzenfreunde,
wir haben leider traurige Nachrichten zu verkünden. Vor zwei Wochen kam Mavis aus Rumänien auf eine Pflegestelle mit Option.
Leider verschlechterte sich sein Zustand in der ersten Woche ohne erklärbaren Grund. Er war allgemein eher mager und hat dann fast nichts mehr essen wollen. Die Pflegestelle ging mit ihm zum Tierarzt, der schlechte Blutwerte feststellte und die Pflegestelle auf eine Klinik verwies.
So wurden Mavis letzte Woche Donnerstag dort zu weiteren Untersuchungen eingeliefert.
Obwohl anfangs der Verdacht auf Blutparasiten bestand da Mavis einen sehr schlechten Wert und auch strukturelle Veränderungen der roten Blutkörperchen aufwies, wich die Klinik von der Vermutung ab und stellte die Verdachtsdiagnose Tumor im Darm oder FIP fest.
Am Freitag sollte die Pflegestelle nochmals zur Klinik da entschieden werden sollte ob weitere Untersuchungen zur Bestätigung vom Tumor oder FIP zu machen oder den Kater einzuschläfern. Da diese Optionen für die Pflegestelle infrage kämen, insbesondere das Einschläfern, kam ich, Anna, zum Gespräch in der Klinik hinzu. Die Tierärztin und der Pfleger waren wenig aufgeschlossen und resigniert. Eine genaue Erklärung konnte nicht gegeben werden, es wurde ein Fiebersenker, der für Katzen verboten ist, gegeben, die Ultraschallbilder dürften wir weder einsehen noch mitbekommen, die Abrechnung von Medikamenten konnte nicht aufgeschlüsselt werden und der Rat zum Einschläfern mehrmals ausgesprochen. Wozu dann die weiteren Untersuchungen gemacht werden sollen, wenn die Ärzte eh keine Überlebenschance sehen, konnte nicht beantwortet werden. Außerdem wären diese Untersuchungen ohne Betäubung, was natürlich beim Tier enormen Stress verursachen würde und in deinem Zustand fatal wäre. Eine der Untersuchung sollte das Abnehmen der geringen Flüssigkeit aus dem Bauchraum mit einer Nadel sein. Dies wurde mit einem Impfstich verglichen.
Auf die Blutparasiten wurde nicht mehr eingegangen. Weitere Behandlungsmöglichkeiten wurden nicht in Betracht betrachtet.
Da die Pflegestelle die Sorge hatte, Mavis könnte zuhause unter Schmerzen sterben, während sie arbeitet, wurde intensiv über ein sofortiges Einschläfern nachgedacht.
Ich versuchte zu erklären, dass man dem Kater Schmerzmittel geben kann und Mavis selber entscheiden kann, wann es Zeit ist zu gehen. Hierbei konnten wir uns nicht einigen, daher nahm ich Mavis mit nach Hause.
Er war noch recht agil und kuschelte mit mir bereits am zweiten Tag. Fressen wollte er nicht selber. Ich habe ihn alle paar Stunden gepäppelt und eine Tierärztin kam täglich vorbei um ihn zu betreuen und rauszufinden was er hat. Er war zudem gelb, da aufgrund des ausbleibenden Essens die Leber nicht mehr richtig arbeiten konnte. Montag fanden wir raus was er hat. Feline Infektiöse Anämie ist es. Es waren Bakterien, die sich in den roten Blutkörperchen verbreiteten, der Körper wollte diese natürlich bekämpfen und griff so sich selbst, also die eigen Blutkörperchen an und zerstörte diese.
Bis dahin hielt sich Mavis noch sehr gut und fing sogar an selber zu fressen! Wir starteten die Behandlung und es da gut aus. Am dritten Tag der Behandlung baute er allerdings wieder ab, frass nichts mehr, lies sich nicht päppeln und ich hatte schon so ein Gefühl.
Abends saßen wir lange zusammen. Haben gekuschelt, er schnurrte in einer Decke eingewickelt und ging dann irgendwann weg von mir. Ich gab ihm seine Ruhe und saß daneben mit meiner Hand auf seinem kleinen mageren Körper. Er schnurrte ein wenig, das Herz schlug schnell. Er war sehr ruhig, es war so, als gäbe es keine Geräusche auf der Welt. So saßen wir ewig. Irgendwann wollte er meine Hand auch nicht mehr und ich ging schlafen, da es schon mitten in der Nacht war.
Um 6 Uhr morgens atmete er noch ganz wenig und war ganz ruhig in seiner Decke eingekuschelt. Gegen 8 Uhr ging Mavis von uns.
Ich wickelte ihn in ein weißes Tuch ein und saß noch ein wenig mit ihm da. Es ist schwer ein Lebewesen in den Tod zu begleiten, denn man will, dass es lebt. Trotzdem hat, so finde ich, jeder es verdient dann zu gehen, wenn er soweit ist, in Liebe und Geborgenheit.
Ich konnte Mavis leider nicht retten, doch hoffe ich sehr, dass ich ihm diese letzten Tage und Stunden ein geborgenes Gefühl geben konnte und er frei und ruhig gehen konnte.
Das tut immer wieder unendlich weh, egal wie lange man das Tier kannte. Ich hoffe sehr, dass Mavis jetzt an einem schönen und friedlichen Ort ist.


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