Ein Erfahrungsbericht von der Adoption von zwei FIV-positiven Katzen <3

Die liebe Kerstin hat im Sommer Mavie und Pina von uns adoptiert. Beides sind Katzen, die positiv auf FIV  getestet wurden. Bitte nehmt euch die Zeit und lest hier, weshalb es sich lohnt, diesen wundervollen Tieren eine Chance zu geben und wie bereichernd das Leben mit ihnen sein kann <3. 

Solltet ihr euch dazu entscheiden, einen unserer „Fivis“ bei euch aufnehmen zu wollen, schaut mal in unserer Kategorie „FIV & FeLV“ vorbei.

Nun überlassen wir aber Kerstin das Wort:

Seit einigen Wochen ist die rumänische Katzendame Mavie unsere neue tierische Mitbewohnerin. Sie ist im Juli zusammen mit Pina aus Bulgarien bei uns eingezogen. Beide Katzen sind Straßenkatzen und wir haben uns auf Anhieb in die zwei Hübschen verguckt. Allerdings war der Start in ihr neues Leben etwas holprig. Denn beide Katzen sind vor ihrer Ausreise FIV-positiv getestet worden und hatten nicht gerade gute Aussichten auf eine Vermittlung.
Als wir Pina, unsere Erstkatze, auf der Internetseite eines Tierschutzvereins entdeckten und ihre Adoption anfragten, ahnten wir noch nicht, dass sie kurze Zeit später FIV positiv getestet würde. Im ersten Moment war die Nachricht von ihrer Erkrankung für uns ein Schock. Wir hatten Pina, die wir bislang nur von Fotos und Beschreibungen kannten, bereits in unser Herz geschlossen und nun erfuhren wir, dass sie an einer Immunschwächekrankheit litt. Um ehrlich zu sein, wir waren ziemlich ratlos. Was bedeutet diese Krankheit für die Katze? Welche Einschränkungen hat sie dadurch? Und sollten wir sie aufgrund der FIV-Diagnose nun besser nicht adoptieren?
Der Tierschutzverein, über den die Vermittlung lief, stand uns bei unserer Entscheidung zum Glück ganz wunderbar zur Seite. Sie berieten uns ausführlich und verwiesen auf Informationsseiten und Foren im Internet, in denen sich Besitzer von FIV-Katzen austauschen konnten. Außerdem boten sie uns an, dass wir jederzeit von unserem Adoptionsgesuch zurücktreten konnten. Pina war inzwischen komplett ausreisefertig. Sie war geimpft, kastriert, gechipt und in einem guten Allgemeinzustand. Also las ich mich zwei Tage durch sämtliche Foren und Internetseiten und erfuhr dort vieles über das feline Immundefizienz-Virus (kurz FIV). Unter anderem, dass die Katzen trotz ihrer Erkrankung ein ganz normales Leben führen und ein hohes Alter erreichen können, dass sie hochwertiges Futter benötigen und Stress vermieden werden sollte. Zudem ist die Krankheit für Menschen weder gefährlich noch ansteckend. Die Vorstellung, dass FIV-Katzen zu einem einsamen Einzelgängerdasein in strenger Wohnungshaltung verdammt sind, ist inzwischen zum Glück ebenfalls überholt. Denn Ansteckungsgefahr besteht insbesondere bei blutigen Revierkämpfen, vor allem bei nicht kastrierten Katern. Je mehr ich las, desto schneller verflüchtigten sich meine Bedenken. Natürlich, meine FIV-Katze könnte vielleicht nicht ganz so alt werden, wie eine gesunde Katze und sie könnte irgendwann krankheitsanfälliger sein. Aber es ist nicht gesagt, dass es so kommen muss. Von vielen Hauskatzen, die durch unsere Gärten streifen, wissen wir nicht einmal, dass sie das feline Immundefizienz-Virus in sich tragen. Denn sie werden einfach nicht getestet. Darüber hinaus war ich mir bewusst, dass jedes Tier, das heute in einem gesunden Zustand bei mir einzieht, im Laufe seines Lebens erkranken und auf eine intensivere ärztliche Versorgung angewiesen sein könnte.
Bald schon war uns klar: Pina soll zu uns reisen, wir wollen ihr die Chance auf ein schönes Katzenleben geben. Nun brauchten wir für sie nur noch eine Katzenfreundin. Denn ein Einzeldasein sollte sie trotz der FIV-Diagnose auf keinen Fall fristen. Kurze Zeit später entdeckte ich die kleine, zarte Mavie, die damals noch Uschi hieß, auf der Internetseite von Sieben Leben e.V. Mavie ist ebenfalls eine FIV-Katze und ihre Charakter-Beschreibung passte perfekt zu unserer Familie. Also machten wir Nägel mit Köpfen und entschieden uns, zwei Fivis ein neues Zuhause zu schenken. Wir holten beide Katzen am gleichen Tag von ihren Pflegestellen ab. Im Vorhinein hatte ich mir viele Gedanken über die Zusammenführung gemacht. Aber wie so oft im Leben, waren die Sorgen unbegründet. Mavie und Pina verstanden sich vom ersten Augenblick an prima. In den ersten Tagen hörte ich ab und zu ein Minifauchen, aber größere Auseinandersetzungen hat es zwischen ihnen bis heute nie gegeben. Die beide sind zwei völlig unkomplizierte, soziale und freundliche Familienkatzen mit tollem Charakter. Sie fühlten sich sogleich bei uns Zuhause und spazierten nach ihrer Ankunft durch unser Haus, als ob sie nie woanders gelebt hätten. Sie fordern uns zum Schmusen und Spielen auf, schlafen gemeinsam am Fußende unseres Bettes und sind nie ängstlich oder gar aggressiv. Wenn sie über Couch, Stühle und Tische toben, haben sie soviel Energie wie junge Kitten. Und dass, obwohl sie inzwischen schon drei und fünf Jahre alt sind.
Pina und Mavie bereichern unser Leben mit ihrer tollen Art jeden Tag aufs Neue. Es ist wunderbar, dass sie bei uns sind, sie zeigen uns täglich ihre Dankbarkeit und wir haben ihren Einzug noch keine Sekunde bereut. Wir wissen nicht, wie die nächsten Jahre mit den beiden werden. Aber wir wissen, dass viele FIV-Katzen nicht an ihrer Immunschwäche, sondern oftmals an ganz anderen Erkrankungen sterben. Von daher werden wir mit guter Fürsorge und einem stressfreien Katzenalltag dafür sorgen, dass die beiden bei uns hoffentlich steinalt werden.